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#NewPay – Let’s play!

Nachdem ich im ersten Teil zu NewPay meine persönlichen Erfahrungen geteilt habe, möchte ich diesmal ein paar “Würfe” wagen, wie man #NewPay gestalten könnte. Einige der Würfe landen vielleicht im Aus. Vielleicht treffe ich aber auch. In jedem Fall hoffe ich , dass sich ein “Passspiel” zum Thema entwickelt. Also greift die Gedanken gerne auf und schreibt Eure Meinung dazu. Noch besser wäre, ihr entwickelt die Ideen gleich weiter. Aber jetzt genug der einleitenden Worte. Legen wir los!

Wurf #1 – Gehaltstransparenz

Über Gehalt spricht man in Deutschland nicht. In vielen Unternehmen ist sogar per Policy untersagt, Details zur Entlohnung mit den Kollegen zu teilen. Der soziale Frieden soll nicht gefährdet werden. Für mich ist das genauso wie „security by obscurity“ und daher wenig robust. Einige Kollegen kennen sich so gut, dass man eben doch Details teilt. Bei Google wurde das sogar mal im grösseren Stil gemacht. Und selbst wenn man sich nicht austauscht, bleibt doch immer eine Unsicherheit da, ob es denn bei der Entlohnung mit rechten Dingen zu geht.

Ich frage mich deshalb schon länger, ob ich nicht einfach mal im Team ausprobiere und die Bezahlung transparent machen. Natürlich würden nur die mitmachen, die das auch teilen wollen. Ich bin mir sicher, dass nicht jeder mitmachen würde. Schwierig wird es auch, wenn man dank der Transparenz im Team Änderungen an der Entlohnung vornehmen will und diese aber nicht mit den ganzen Regelungen im Konzern vereinbar sind. Und selbst wenn man die Änderungen macht, wird dadurch die Wertschöpfung besser?

In der Welt des Sports ist Gehaltstransparenz übrigens völlig normal. In dieser Tabelle sieht man zum Beispiel alle Gehälter der Dallas Mavericks. Demnach verdient Dirk Nowitzki fünf Millionen Dollar im Jahr. Jetzt werden viele sagen, bei der Summe würden sie ihr Gehalt auch öffentlich machen. Ist das wirklich so? Oder ist nicht einer der Gründe für Intransparenz, dass man Angst vor Neidern hat?

Wurf #2 – Den Kuchen verteilen

Dieser Wurf basiert auf einem wunderbaren Zuspiel von Alexander Gerber. In seinem Artikel Wer bekommt’s entwickelt er ein Modell, wie man die Entlohnung verteilt. Das heißt nicht notwendigerweise in gleichen Teilen. Ich halte nämlich wenig davon, dass einfach alle das Gleiche kriegen. Ich habe Alexander’s Modell der Verteilung gar nichts mehr hinzuzufügen. An einer Stelle möchte ich aber noch etwas ergänzen. Alexander schlägt vor, den Überschuss entweder unter den Mitarbeitern zu verteilen oder zu investieren bzw. an Anteilseigner auszuschütten. Statt entweder/oder könnte man ja die Mitarbeiter entscheiden lassen, wohin das Geld investiert wird. Per internem crowdfunding werden die unterschiedlichen Investitionsprojekte vorgestellt und gefundet. Wenn man die Idee noch etwas weiterspinnt, könnte man sogar die Shareholder als Investitionsprojekt sehen und dadurch deren Anteil per crowdfunding bestimmen. Die Idee ist ein absoluter Schuss aus der Hüfte und nicht weiter durchdacht. Kann das funktionieren?

Wurf #3 – Was za(e)hlt mehr als Geld?

In meinem letzten Artikel nahm ich die Dankeskarte als Beispiel der Entlohnung. Die kostet so gut wie kein Geld, aber eben Zeit. Trotzdem ist sie viel wirksamer als ein monetärer Bonus. Ich glaube daher, es gibt jede Menge wirksame Alternativen zum Geld.

Fangen wir mal mit der Zeit an. Statt Geld zahlen wir uns Zeit aus. Die Basisvariante gibt es das heute quasi schon in Form von Teilzeit oder unbezahltem Urlaub. Man kann hier aber noch viel weitergehen. Nämlich die Arbeitszeit voll flexibilisieren. Ich fände das eine sehr wertvolle Entlohnung. Wie oft habe ich schon gehört, dass Zeit mit den Liebsten unbezahlbar ist!?

Statt Geld gegen eigene Zeit einzutauschen, könnte man aber auch Geld gegen die Zeit anderer im Unternehmen eintauschen. Vielleicht wäre das Finanzgenie aus dem Controlling der perfekte Sparringspartner für meine private finanzielle Herausforderung? Oder die Recruiterin coacht meinem Sohn bei der Berufswahl und Bewerbung?

Neben der Zeit gibt es aber noch andere „Güter“, die auf den Einzelnen mehr wirken können wie die monetäre Entlohnung. Wie wäre es mit der Möglichkeit Maschinen und Werkzeuge für meine privaten Tätigkeiten zu nutzen? Der Eine kann statt dem einfachen 3D-Drucker zu Hause plötzlich die teure Profimaschine verwenden. Ein Anderer hat im Nebenerwerb einen Handel gegründet. Vielleicht ist ihm ja die Möglichkeit, die Einkaufskanäle der Firma zu nutzen, viel mehr wert als eine finanzielle Entlohnung? Ein Dritter programmiert als Hobby leidenschaftlich gerne. Warum sollte man ihm nicht die Teilnahme an der teuren Schulung erlauben, die sonst nur die Programmierer aus der IT genehmigt kriegen?

Over to you

Eigentlich war der dritte Wurf sogar mehrere Würfe. Ich höre an dieser Stelle daher mal mit dem Spielen auf. Jetzt seid ihr dran:

  • Was haltet ihr von den Würfen? Sind die Spielerei bzw. Spinnerei oder mal das ein oder andere Experiment wert?
  • Bringt Gehaltstransparenz was? Wie würdet ihr das umsetzen?
  • Wie würdet ihr den Kuchen verteilen? Und vor allem, wer würde ihn bei Euch verteilen? Alle gemeinsam oder einer, z.B. wie bisher der Geschäftsführer?
  • Was schätzt ihr mehr als Geld? Könnte man das als Lohn „auszahlen“?

Ich freue mich über Eure Kommentare unter diesem Artikel, in den sozialen Medien oder per Email.

 

 

3 Kommentare

  1. Ich bin zum bersten gespannt auf Deine Erfahrungen.
    Wie vergleichbar sind die monetären Entlohnungen Deiner Amerikanischen Team-Mitglieder und angrenzenden Kollegen mit den der Europäischen und Asiatischen?

    Ich denke, da wirst nicht nur ein Währungsproblem zu überwinden haben.
    Stichwort: Kontext-Divergenz in den Lebensverhältnissen.

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