Schatzkiste 102 – Email, Leadership, Präsentationen

Wie schreibt man eine Email? Was ist Leadership? Wie macht man gute Folien? Eine bunte Schatzkiste, in der sich dann doch irgendwie alles um Vorträge dreht.

Nugget #1 ist ein TED Talk von Victoria Turk zum Thema Email. Ja ihr habt richtig gelesen – EMAIL. Im Schnitt ein Tag pro Woche geht dafür drauf, habe ich kürzlich gelesen. Drei Dinge habe ich aus dem Talk mitgenommen:

  • Emails sind nur Text, sie transportieren keine Emotion. So weit so gut, das war mir vorher auch klar. Trotzdem handeln wir oft nicht danach. Ich bin ein Kandidat der manchmal zur Ironie greift. Im besten Fall ruft mich der Empfänger nochmal an und fragt mich „Hey, war das jetzt Ernst oder Ironie?“. Was aber, wenn nicht. Dann kann daraus ganz schnell ein Kommunikationsproblem werden, vor allem wenn man sich noch nicht so gut kennt.
  • „Danke im Voraus“ ist Unsinn. Ich habe das bisher unreflektiert und aus Freundlichkeit genutzt. Eigentlich ist es doch viel besser, sich hinterher zu bedanken. Das gibt einem die Möglichkeit auch noch Feedback zu geben.
  • Die CC Regel nutze ich sowohl als Sender wie auch Empfänger der Email. Jemand aus einem Thread zu nehmen, indem man ihn auf BCC setzt, habe ich schon mal gesehen, aber selbst noch nicht genutzt.

Noch besser ist allerdings den Thread in einem Enterprise Social Network oder Forum zu machen. Da kann jeder selbst entscheiden, wann er ein- und aussteigt. In meinem Beitrag Digital Communication gibt es noch mehr Hintergrund und Varianten der Kommunikation.

Email ist ein Thema, zu dem vermeintlich alles gesagt ist. Trotzdem habe ich noch etwas Neues mitgenommen. Also trau Dich zu deinem Herzensthema vor anderen zu sprechen. (16 min, Video, englisch)

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Video-Link: https://youtu.be/SBTojgEHl90

Es muss ja nicht gleich ein TED Talk sein. Hans-Martin Hilbig, mein ehemaliger Chef und treuer Leser der Schatzkiste, hat sich auf die Bretter der 12min.me Bühne gewagt und spricht in Nugget #2 zum Thema Leadership. Viele der Punkte kommen mir aus meiner Zeit mit ihm bekannt vor. Er hat also „Walk the Talk“ praktiziert.
Worüber wir damals so nicht gesprochen haben, ist seine Definition von Startup. Jeder von uns ist nämlich sein eigenes Startup. Seit dem Buch „Business Model You“ habe ich gelernt Unternehmer im Unternehmen zu sein. Wer sind meine Kunden? Über welche Kanäle kommuniziere ich mit Ihnen? Was ist meine Value Proposition? Und von vielen vernachlässigt, wer sind meine Key Partner?
Beim Regel brechen muss ich ihm allerdings widersprechen. Manchmal macht die berühmte Ausnahme von der Regel eben Sinn. Beispiel gefällig? Für einen Kundenbesuch buchst du ein Hotel. Die Regel deines Unternehmens verpflichtet dich zur Buchung bei der bevorzugten Hotelkette. Die Empfehlung deines Kunden ist aber näher am Zielort und auch noch 40% günstiger. Hier ist der Regelbruch vermutlich im besten Sinne des Unternehmens. Was würdet du tun? (13 min, Video, deutsch)

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Video-Link: https://youtu.be/yQBFPWMIIog

Hast Du jetzt Lust auf Präsentieren bekommen? In Nugget #3 teilt TED Autorin Amanda Miller sechs Tipps für richtig gute Foliensätze. Was teilweise in den Firmen an Folien abgeliefert wird, ist reif für das Gruselkabinett. Ich erinnere mich an einen Marketingmanager, der bei uns den Spitznamen „5 pt“ hatte. Das war die Standardgröße der Schrift auf seinen Folien. Auch hier möchte ich drei Takeaways teilen:

  1. Keep it simple! Gerade wir Ingenieure neigen dazu, ein Thema sehr ausführlich darzustellen und alles was wir wissen auf die Folien zu packen. Vielleicht fürchten wir, als nicht kompetent genug wahrgenommen zu werden. Vielleicht wollen wir sicherstellen, dass wir die Experten im Publikum nicht langweilen. Wenn der Rest des Publikums aber nur noch Bahnhof versteht und nach zwei Minuten abgehängt ist, bringt das auch wenig. Folien voll mit Information sorgen dafür, dass jeder nur noch auf die Folien starrt, Unmengen an Text liest und komplizierte Diagramme entschlüsselt. Das Sprechen kann man sich dann eigentlich sparen.
  2. Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Die Standardbilder oder gar Cliparts von Microsoft sagen aber oft „Langweilig!“. Wie wäre es mit einer Analogien aus der Natur? Das Foto gibt es vor der Haustür. Die passende Story bleibt den Zuhörern vermutlich mehr im Gedächtnis als ein Balkendiagramm mit Zahlen, Daten und Fakten.
  3. Blanke Folien sorgen für Pausen. Ich bin tendenziell zu schnell beim Vortragen. Von daher ist dieser Tipp Gold wert. Die einfachste Variante ist eine ganz schwarze Folie. Aber Achtung, die meisten Unternehmen nutzen einen Master mit Firmenlogo und weiteren Standardelementen. Hier könnte wieder Regelbruch angesagt sein 😉

Gefunden habe ich den Artikel übrigens über den Toolblog von Stephan List. Ich habe mich aber für den Originalartikel aufgrund der Visuals entschieden. (5 min, Text, englisch)

Ein Kommentar

  1. Hey Tobias,

    Danke für Nugget #2 😀 und dein feedback zum Regelbrechen! Dieser Punkt war auch im Q&A bei 12min.me ein Thema. Dein Hotelbuchungsbeispiel finde ich gut. Man könnte diese Erfahrung mit dem/der Verantwortlichen für Hotelbuchungsregeln im Unternehmen besprechen und feedback geben. Das wäre dann ‚model the way‘ und ‚enable others to act‘.
    Ansonsten würde ich in einer Leadershiprolle das Regelbrechen immer einem ‚model the way‘ sanity check unterziehen: Möchte ich, dass Andere sich auch so verhalten wie ich?

    Weiterhin erfolgreiches Schatzkistenfüllen!

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