Schatzkiste 132 – Lust auf Programmieren?

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Schatzkiste 132

Die Inspiration zur Schatzkiste 132 lieferte mal wieder Twitter:

Deswegen dachte ich mir, ich mache mal eine Schatzkiste zum Thema Programmieren. Mir geht es dabei weniger darum, welche Programmiersprache die beste und welche der Apps und Kurse am besten geeignet sind. Mein Ziel ist es, dir Lust auf Technik zu machen und dir ein paar Anregungen für ein kleines Projekt zu geben.

Nugget #1 – Wie lernt man Programmieren?

6 min

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Meine erste Programmiererfahrung habe ich auf dem C64 gesammelt. Die Programmiersprache BASIC lernte ich über Bücher (das Internet gab es für Otto-Normal-Bürger damals noch nicht). Im Studium war Programmieren in C angesagt. Das Standardwerk von Kernighan/Ritchie ziert noch heute mein Bücherregal. Zum Glück geht das Programmieren lernen heute viel einfacher per Kurs auf Plattformen wie udemy oder auch LinkedIn Learning.

Eine Reihe von Apps hat Amir Farouk auf FutureZone vorgestellt. Da ist für jeden Geldbeutel und Betriebssystem etwas dabei. Ich habe kürzlich noch Grasshopper von Google getestet. Die App mit dem Grashüpfer kommt etwas verspielt daher. Allerdings sind die Lektionen einfach zu absolvieren und der Einstieg ins Programmieren macht so echt Spaß.

Aber wie soll man jetzt anfangen? Welche Programmiersprache ist für den Anfang das Richtige? Hier sind drei mögliche Einstiegsoptionen:

  1. Gar keine Programmiersprache lernen muss man mit Scratch. Eigentlich für Schüler entwickelt, lernen so auch Erwachsene Konzepte wie Schleifen, Abfragen und Variablen. Du kannst kleine Spielchen programmieren, Animationsvideos erstellen oder Musikinstrumente bauen. Also worauf wartest du noch? Starte dein erstes Projekt und teile dein Werk hier in den Kommentaren.
  2. Hast du Gefallen an deinen ersten Programmen gefunden, kannst du eine echte Programmiersprache lernen. Wie wäre es mit Javascript? Grace, der Grashüpfer aus der Google App, hilft dir auf deinem Lernpfad. Wenn du dir dazu noch ein paar Grundlagen in HTML und CSS (was streng genommen keine Programmiersprachen sind) aneignest, kannst du einen Blick hinter die Kulissen von Webseiten werfen oder gar dein eigenes Projekt angehen.
  3. Falls du schon ein paar erste Schritte gemacht und keine Berührungsängste hast, könnte Python das Richtige für dich sein. Keine Angst, die „Schlange“ beißt nicht. Im Gegenteil, die Programmiersprache ist sehr einsteigerfreundlich, da man nicht so viele Befehle und Syntax lernen muss. Außerdem ist Python so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser. Zum Beispiel kann man damit wiederkehrende Routinen in Programmen wie LibreOffice automatisieren und sich einiges an Zeit sparen. Auch der Mini-Computer Raspberry Pi kann mit Python programmiert werden. Na Lust auf Himbeeren bekommen?

Wie auch immer du einsteigst, ich hoffe ich konnte dir etwas Lust aufs Programmieren machen. Gemeinsam macht es übrigens noch mehr Spaß. Also warum nicht zusammen mit den Kindern starten. Vielleicht gibt es ja auch sowas wie WOL Circle, die sich dem Programmieren widmen!? Zu dieser Frage habe ich dann übrigens nochmal einen Twitter-Thread gestartet. Mitstreiter findet ihr demnach auf Hackathons, beim Mob Programming oder Coder Dojos:

Mit diesen Apps lernst du Programmieren

Nugget #2 – Wie gestaltet man eine Landing Page?

20 min

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Ein sehr ausführlicher Artikel über die Erstellung einer Landingpage kommt von Niko Emran, Online Redakteur beim digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof. Dank Webseitenbaukästen braucht man heute eigentlich keine Programmierskills mehr. Auch eine Installation von WordPress geht heute bei vielen Webhostinganbietern mit einem Klick. WordPress ist eine Software, auf der heute viele Webseiten und Blogs aufbauen. Auch CompanyPirate läuft auf WordPress.

Für was kann man eine Landingpage gebrauchen? Hier gibt es drei Anregungen. Vielleicht ist auch was für dich dabei.

  • Wie wäre es mit einer digitalen Visitenkarte? Profile kann man sich natürlich auch auf LinkedIn, XING und Instagram erstellen. Auch wenn inhaltlich viel Gestaltungsspielraum ist, das Aussehen ist bei allen gleich. Die eigene Landingpage ist da viel flexibler und kann farbtechnisch ganz nach deinen Wünschen gestaltet werden. Zur Farbpsychologie gibt es im Artikel auch einen schönen Absatz. Dann wäre da noch der Call-to-action für deine persönliche Visitenkarte. Wie würde er lauten?
  • Eine Landingpage bietet sich auch für das nächste Event an – egal ob beruflich oder privat. Der Call-To-Action für das nächste Event in deinem Unternehmen ist recht einfach – Buche dein Ticket. Als Freiberufler hilft dir die Landingpage einen Onlinekurs zu verkaufen. Privat überraschst du deine Gäste mit einer Landingpage zu deiner Hochzeit oder rundem Geburtstag. Der Call-to-Action führt zur Amazon Wishlist oder einer Spendenseite. Inspiration für schöne Landing Pages gibt es auf Landingfolio, was im Artikel verlinkt ist.
  • Eine Landing-Page eignet sich auch wunderbar zum Testen von Hypothesen für ein neues Produkt oder Service. Mit dem Lean Startup Ansatz, den ich schon mal in Schatzkiste 49 vorgestellt habe, erprobt man die Kaufbereitschaft der Kunden für ein neues Produkt während der Verlust leistbar bleibt. Das ganze nennt man auch Fassadentest. Anna und Jacob haben das kürzlich auch beim Agilen Stammtisch Rhein-Main vorgestellt.

Der perfekte Aufbau einer Landing Page

Nugget #3 – Wie steigt man ins Thema Machine Learning ein?

15 min

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In einer Tech-Schatzkiste darf ein Thema nicht fehlen – Machine Learning. Ich bin überzeugt, dass Künstliche Intelligenz im Allgemeinen und Machine Learning im Speziellen in der nächsten Zeit die Arbeitswelt in Unternehmen prägen werden. Eine Einführung ins Thema Data Science findest du in Schatzkiste 104. In diesem Nugget geht es speziell um das Thema Machine Learning. Louis Bouchard hat einen umfrangreichen Leitfaden veröffentlicht, für alle die in 2021 ins Thema einsteigen wollen.

Hier sind drei Gründe, warum der Einstieg eine gute Idee ist:

  • Maschinelles Lernen löst zum einen viele Herausforderungen in Unternehmen. In Schatzkiste 104 habe ich ja schon einige Beispiele wie die Analyse der Vertriebsdaten und Produktionsprozesse genannt. Maschinelles Lernen hilft aber auch beim Prüfen von Verträgen, Analysieren von Rechnungen und bei vielen weiteren Prozessen. Zum anderen ermöglicht maschinelles Lernen auch neue Produkte und Geschäftsmodelle.
  • Wenn maschinelles Lernen Tätigkeiten bestimmte Tätigkeiten besser als Menschen ausführen kann, heißt das in Konsequenz auch, dass der eigene Job betroffen sein wird. Vielleicht kann ein Algorithmus nicht alle deine Tätigkeiten besser als du. Auch wenn er nur einen Teil deiner Aufgaben übernimmt, wird es weniger Stellen für viele Profile geben.
  • Allerdings wird der Bedarf an sogenannten Citizen Data Scientists enorm steigen. Ein Data Scientist spezialisiert sich auf das Entwickeln von Algorithmen, Programmieren und statistisches Knowhow ist. Er kann aber kein Experte in den vielen Anwendungsszenarien sein. Zum Beispiel kennt sich ein Data Scientist gut mit Natural Language Processing (NLP) aus und weiß wie man Algorithmen zum Text Processing schreibt. Er versteht aber vermutlich nicht, wie Verträge im Einkauf üblicherweise gestaltet sind und wo die kritischen Elemente sind. Hier kommt der Citizen Data Scientist ins Spiel. Er kennt die speziellen Anwendungsszenarien in seinem Bereich und spricht aber gleichzeitig die Sprache des Data Scientist. Dazu ist es natürlich hilfreich die Grundlagen von Machine Learning zu beherrschen.

Na hast du Lust bekommen in das Thema einzusteigen? Die Empfehlungen im Artikel sind allerdings so zahlreich, dass man nicht recht weiß wo man anfangen soll. Deshalb hier meine drei Empfehlungen:

  • Von Louis Bouchard persönlich sind 20 Videos, die grundlegende Begriffe erklären. Die Videos sind alle unter fünf Minuten und lassen sich daher auch in kurzen Pausen konsumieren.
  • Dann würde ich mit dem verlinkten Artikel „5 Beginner-Friendly Steps to Learn Machine Learning and Data Science with Python“ weitermachen. Gleich der erste Link ist der wunderbare Kurs „Elements of AI“ der University of Helsinki. Für mich einer der besten Einsteigerkurse ins Thema. Wenn du willst kannst du mit den Links auf der Seite weitermachen und ins Programmieren mit Python einsteigen. Hier schließt sich der Kreis zu Nugget 1.
  • Wer auf tiefergehende Vorlesungen steht, dem empfehle ich einen virtuellen Ausflug an die Stanford University. Professor Andrew Ng ist eine Koryphäe im Thema Künstliche Intelligenz und gleichzeitig ein Protagonist von MOOCs (Massive Open Online Courses). Seine Vorlesung Stanford CS229 bietet über 25h zum Thema Machine Learning öffentlich für jeden. Ich habe die Vorlesung noch nicht absolviert, es steht aber auf meinem kreativen Backlog.

Welche der vielen verfügbaren Ressourcen auch immer du wählst, ich hoffe ich konnte dir das Thema etwas schmackhaft machen.

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