Schatzkiste 43 – Innovation, Komplexität, Remote work

Die aufmerksamen Leser meines Blogs haben es vermutlich gemerkt. Am Montag ist der Beitrag ausgeblieben. Ich hatte am Wochenende ein Problem mit meiner Datenbank und habe meine Zeit darauf spendiert, das wieder zu reparieren. Nachdem dies behoben ist, kann es weitergehen mit der Schatzkiste #43.

Nugget #1 kommt von Gunnar Sohn. Sein Artikel führt das Thema Ambidextrie aus den vergangenen Schatzkisten gut weiter. Der Beitrag startet mit dem Ausblick wieviele Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz und Automatisierung wegfallen. Auch wenn hier unterschiedliche Zahlen die Runde machen, sind sich alle einig dass ein signifikanter Anteil an Tätigkeiten ersetzt wird. Ich unterschreibe Gunnar’s These, dass in den meisten Fällen auf die Produktivitätssteigerung geachtet wird. Do more with less! Die große Chance die freigewordene Zeit in Unternehmertum zu investieren wird leider nicht genutzt. Stattdessen betreibt man Innovations-Cargo-Kult und leistet sich schöne „Garagen“. Die werden dann mangels Resultaten wieder vom Controller wegrationalisiert. Leider zeigt uns Gunnar Sohn keine Alternativen auf. Ein klassicher „Rant“, der aber nett zu lesen ist und den Finger einfach schön in die Wunden vieler Unternehmen legt.
Wenn in Unternehmen nur noch Effizienz ausgeschwitzt wird (5 min, text, deutsch)

Nugget #2 wurde von Conny Dethloff verfasst, der schon einen Nugget zu Schatzkiste 37 beigesteuert hat. Zusammen mit Alexander Gerber und Björn Czybik, die beide Teil meines Netzwerks sind, tauscht sich Conny regelmässig in einem Trialog zum Thema Komplexität aus. Viele Unternehmen stehen Komplexität heute ratlos gegenüber oder sind sich ihrer noch nicht mal bewusst. Das fängt schon bei der Unterscheidung der Begriffe kompliziert und komplex an. Der Artikel von Conny ist eine Zusammenfassung des ersten Trialogs und kein „fast food“. Das zeitliche Investment überschreitet sicherlich die angegebene reine Lesezeit. Was habe ich aus dem Artikel gelernt? Die meisten unser heutigen Werkzeuge sind für „tote“ Systeme gemacht und entstanden in Zeiten der Industrialisierung. Wir vernachlässigen dabei aber den Faktor Mensch. Außerdem versuchen wir oft Kausalitäten herzustellen und ignorieren, dass es diese in einer komplexen Welt gar nicht gibt. In meinem Unternehmen gibt es zum Beispiel Messgrößen für erfolgreiche Produkte, was für mich eine gefährliche Kausalität darstellt. Mein größtes Takeaway ist aber dieses Zitat:

Dementsprechend wäre es auch fatal, einen Wandel oder das Handhaben von Komplexität auf Basis von Methoden gestalten zu wollen. Trotzdem tun wir es im Unternehmenskontext immer wieder, selbst wenn wir die Misserfolge wahrnehmen.

In diese Falle laufe ich selbst noch oft genug. Welche Werkzeuge gibt es also? Das beschreibt Conny in den Zusammenfassungen der weiteren Trialoge.
Ein Trialog – Benötigen wir neue Werkzeuge für Komplexität? (10 min, text, deutsch)

Nugget #3 ist ein wissenschaftliches Paper zum Thema remote work. Vielfach herrscht die Meinung vor, dass sich remote work negativ auf die Performance auswirkt und auch die Kommunikation schlechter wird. Ein Gruppe Wissenschaftler der Stanford University führten ein Experiment über neun Monate durch. Versuchsobjekt war das chinesische Reisebüro Ctrip mit 16.000 Mitarbeitern. Aus einem der Callcenter wurde eine Gruppe von 994 Mitarbeitern betrachtet, von der wiederum 249 Mitarbeiter als Versuchsgruppe ausgewählt wurden. Beim sechsmonatigen Experiment wurden verschiedene Produktivitäts- und Performanceparameter gemessen. Dadurch stellte man eine positive Auswirkung auf Produktivität, Fluktuation und weitere Indikatoren fest. Auch wenn es sich hier um nur ein Unternehmen, aus einer Branche und einem Land handelt, sprechen die Ergebnisse für sich und animieren hoffentlich andere Unternehmen ein derartiges Experiment zu starten.
DOES WORKING FROM HOME WORK? (60 min, text, englisch)

Das war es schon wieder für diese Woche. Habt ein schönes Wochenende!

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