Schatzkiste 113 – Sicherheit, Zukunft, Komplexität

Wie schafft man ein angstfreies Klima? Wie wird man zukunftskompetent? Wie arbeitet man in Komplexität? Die letzten beiden Wochen war ich fast nur unterwegs. In Shanghai fand der Brose Innovationstag Asien statt. In Düsseldorf war ich zur nwing Konferenz des VDI. In Nürnberg stand ich bei 12min.me auf der Bühne zu meinem Herzensthema Remote Work. Fürs Schatzkisten packen fand ich da keine Zeit mehr. Aber das Warten hat ein Ende. Hier sind die drei Nuggets der Schatzkiste 113.

Nugget 1 – Wie schafft man ein angstfreies Klima?

Christoph Bauer habe ich über das intrinsify Netzwerk kennengelernt und war mit ihm in meinem ersten Working Out Loud Circle. Ein Klima der Angst in Unternehmen hat schon einige Krisen verursacht, unter anderem das Dieselgate. Christoph stellt sechs Fragen, an denen man die psychologische Sicherheit im Unternehmen ermitteln kann. Ich wollte es mal für mein aktuelles Unternehmen ermitteln und habe mir folgende Frage herausgenommen: Fühlen Sie sich sicher genug, etwas zu kritisieren?
Dabei habe ich festgestellt, dass die Frage gar nicht so leicht zu beantworten ist. Kritik, die mein unmittelbares Umfeld betrifft spreche ich an. Was soll schon passieren? Es gibt aber auch Kollegen, die diese Dinge nicht offen ansprechen wollen oder können. Dann gibt es Dinge, die ich nicht öffentlich kritisiere. Die Gründe sind vielfältig. Manchmal müsste ich jemand ansprechen, den ich kaum oder gar nicht kenne. Manchmal sind Dinge so tief in der Unternehmenskultur verankert, dass man zweimal überlegt ob man das Thema angeht. Dann gibt es aber auch Themen, wo ich statt Kritik einfach etwas anders mache. Vielleicht ist das ein Zeichen für psychologische Sicherheit. Ob die vom Unternehmen kommt oder aus mir selbst? Gar nicht so einfach zu sagen.
Eines nehme ich mir aber nach der Lektüre vor. Noch mehr Neugier zu unterstützen. Nur so meistern wir eine unsichere Zukunft. (4 min, Text, deutsch)

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Video-Link: https://christophbauer.me/sicherheit/

Nugget 2 – Wie wird man zukunftskompetent?

Tipps wie man die Zukunft meistert liefert der Futurist Prof. Dr. Heiko von der Gracht. Am Beispiel von Joghurt und Kühlschrank zeigt er auf, dass Zukunft meist keine lineare Fortschreibung der Gegenwart ist. Genau das passiert aber meist in den Unternehmen. Wie sieht der Umsatz in den nächsten Monaten und Jahren aus? Wann wird das Projekt fertig? All dies passiert durch lineares Fortschreiben der Vergangenheit. Dabei vergibt man die Gelegenheit Überraschungen zu nutzen. Deshalb:

Zukunft ist das, was du draus machst.

Welche Überraschungen sind Dir in den letzten Tagen passiert? Was hast du draus gemacht? Inspiration wie man Überraschungen und Unvollkommenes nutzt, findest Du in meinem Beitrag Krumme Dinger für eine bessere Wirtschaft. (5 min, Text, deutsch)

Schatztruhe der Chancen

Nugget 3 – Wie arbeitet man in Komplexität?

Die Zukunft ist geprägt von Komplexität. Chris Corrigan liefert ein Liste von 10 Büchern mit Tipps wie man in Komplexität arbeitet. Ich habe keines der Bücher von der Liste. Allerdings kann ich die Liberating Structures wärmstens empfehlen. Die Methoden sind wahre Powertools und ich nutze sie ständig. Vorletzte Woche habe ich erst wieder 1-2-4-All beim Brownbag Lunch in Shanghai genutzt. Auch diesmal hat es dafür gesorgt, dass sich Menschen offen austauschen und Energie im Raum entsteht. Eine Teilnehmerin hat so Hilfe beim Immobilienkauf gefunden. Ein paar Teilnehmer tauschen sich in Zukunft zum Thema Hausaufgaben und Schule aus. Hast du Liberating Structures schon mal ausprobiert? Was ist deine Lieblingsmethode? (2 min, Text, englisch)

Ein Kommentar

  1. Eine schöne Mischung in der Schatzkiste 113 – diese drei Nuggets überlappen sich wunderbar! Es gibt immer wieder Menschen, die sich von der vermeintlichen Komplexität einer Situation erschlagen fühlen, während andere in genau derselben Situation sagen: wo ist das Problem? Häufig liegt das nach meiner Erfahrung am unterschiedlichen Denken der Menschen. Manche denken deduktiv (vom Ganzen zum Detail), andere induktiv (vom Detail zum grossen Ganzen). Beides ergänzt sich, da das Gefühl der Komplexität bei diesen Denkmethoden häufig zu unterschiedlicher Zeit entsteht und beide Typen sich dann prima helfen können mit ihren unterschiedlichen Denk-Sicht-Weisen. Eine gute Beschreibung gibt’s hier: https://www.neuronation.de/science/was-bedeutet-deduktives-und-induktives-denken

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