Surfer

You can’t stop the waves, but you can learn to surf!

Geschafft! Nach etwas 5 Stunden Flug und geduldigem Warten an der Schlange vor der Autovermietung (Ich liebe die Gelassenheit der kanarischen Inselbewohner) sitze ich endlich im Mietwagen und umfahre auf der FV-3 die Hautpstadt Puerto del Rosario. Entlang der FV-1 bewundere ich mal wieder die karge Vulkanlandschaft. Wären nicht die Strassen und ab und zu Häuser könnte man glatt meinen, man ist auf dem Mond gelandet. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie erdet mich diese Umgebung und wahrscheinlich gehört Fuerteventura deswegen zu meinen Lieblingsinseln. Meine Homebase auf Fuerteventura habe ich bisher immer in Corralejo im Norden aufgeschlagen. Die Stadt ist nicht besonders schön, aber es gibt ein paar nette Kneipen und Restaurants und man ist schnell in den Dunas.

Betancuria und das Beste draus machen

Will man doch etwas Grün sehen? Dann macht man sich am besten auf nach Betancuria, der ehemaligen Hauptstadt von Fuerteventura und weiter an die Westküste. Der Trip über die Serpentinenstraßen macht richtig Laune. Jenny und Christian von Unaufschiebbar haben das perfekt beschrieben. Du kannst den Roadtrip gut per Google Earth abfahren, denn es gibt jede Menge 360-Views entlang der Route. Nur die Bars und Restaurants kann man virtuell nicht besuchen.

Auf irgendeinem der Parkplätze bei den Aussichtspunkten stand damals auch ein Foodtruck mit richtig leckeren Hotdogs. Ich bin mir nur nicht mehr sicher welcher es war. Ich meine es war der Mirador del Risco de las Peñas.

Lies dir bei der Gelegenheit unbedingt auch die Geschichte von Jenny und Christian durch. Christian hat das Beste aus seiner Behinderung gemacht. Das ist doch ein gutes Motto für die aktuelle Zeit? Das Beste draus machen – trotz Einschränkungen. Jenny und Christian arbeiten übrigens ortsunabhängig und haben jede Menge Tipps auf Ihrer Website. Aber dazu gleich mehr.

Let my people go surfing

Am nächsten Tag fahre ich dann zu meinem Lieblingsspot auf Fuerteventura – den Parque Natural de Corralejo. Im hellen Sand aus Muschelkalk lässt es sich so richtig gut am Meer entspannen. Die kleinen Steinburgen schützen vor dem Wind. Dort hole ich ein Buch hervor, dass zu diesem Ort perfekt passt (Affiliate-Link1 – Auch erhältlich beim lokalen Buchhändler deines Vertrauens):

Yvon Chouinard, der Gründer von Patagonia, beschreibt darin die Geschichte und Philosophie der Marke. Ein zentraler Aspekt des Buchs ist nachhaltiges Wirtschaften. Patagonia möchte keinen grenzenlosen Wachstum. Warum sollten sie auch eine der Grundlagen ihres Geschäfts als Outdoorausrüster – die Natur – zerstören? Im Buch geht es deshalb auch um die Firmenkultur und Prinzipien des Unternehmens. Ein Aspekt ist der Titel des Buchs – Let my people go surfing. Viele seiner Mitarbeiter waren ebenfalls aktive Kletterer und Surfer. Warum sollte man die von 9 bis 5 in ein Büro sperren, wenn mittags die besten Wellen sind? Hier schließt sich der Kreis zu einem der ersten Beiträge auf diesem Blog – What has remote working to do with ski touring?.

Ich frage mich an dieser Stelle auch, ob die Mitarbeiter in der Zeit nicht trotzdem arbeiten? Was ist mit der Unterhaltung übers projekt, das die beiden Kollegen beim Vorbereiten ihrer Ausrüstung halten? Was ist mit der zündenden Idee, die beim hinauspaddeln oder beim Abseilen im Kopf reift? Was ist mit den Einblicken in die Probleme der Kunden, die Produktinnovation ermöglichen?

Meiner Meinung nach unterschätzen wir die Vorteile von orts- und zeitunabhängigem Arbeiten immer noch signifikant. Es freut mich, dass wir in der aktuellen Situation zumindest ein Gefühl dafür kriegen, was alles außerhalb des Büros möglich ist. Ich denke wir können viel von digitalen Nomaden wie Jenny und Christian lernen, zum Beispiel Produktivitäts-Tipps die auch im Home Office Gold wert sind:

You can’t stop the waves, but you can learn to surf!

Las Dunas
Las Dunas – Own Picture

Ich schaue kurz auf vom Buch und lasse meinen Blick über das Meer schweifen. Die Surfer faszinieren mich. Mit 41 Jahren bin ich zu alt um noch damit anzufangen. Oder doch nicht? Emily hat es geschafft das Surfen auf meine „Things to try“-Liste zu packen. Mal sehen ob ich dieses Jahr noch die Gelegenheit habe ans Meer zu kommen!?

Viele mögen das VUCA Acronym nicht. Ich finde der Beitrag ist trotzdem eine gelungene Anleitung für die aktuelle Zeit.

Wir alle müssen im Moment jede Menge Unsicherheit aushalten. Wann sind die Ausgangsbeschränkungen vorbei? Wann kann ich meinen Laden wieder öffnen? Fahre ich ins Büro oder bleibe ich lieber im Homeoffice? Emily rät Experten zu konsultieren. Für einige dieser Fragen gibt es noch kein Wissen. Trotzdem kann man sich mit anderen Leuten zusammentun und konsultieren. Denn beim Thema Entscheidungen helfen die unterschiedlichen Perspektiven. Mehr dazu im Release 0.1 von Handbuch der Entscheidungen, welches in Kürze veröffentlicht wird.

Auch beim Thema Ambiguity/Mehrdeutigkeit können wir aktuell vom Surfen lernen:

Der eine macht seinen Pop-up (das Aufstehen) so, der andere so

Österreich erlässt eine Maskenpflicht, in Deutschland gibt es keine. In manchen Ländern gibt es viele Tests, in anderen Ländern wenige. Auch wenn wir erste Anhaltspunkte und Daten haben, welche Maßnahmen funktionieren und welche nicht, exakt wissen wir nicht welche Maßnahme wieviel Auswirkung hat. Wir iterieren uns aktuell zu Lösungen. Vor Rückschlägen sind wir bei keiner der Maßnahmen sicher. Beim Surfen bedeutet das vielleicht nur „Willkommen in der Waschmaschine“. Beim Kampf gegen das Virus kann es Menschenleben kosten.

Ein Tag am Meer

Die Sonne wandert in Richtung Westküste und strebt dem Horizont zu. Es ist an der Zeit meine Sachen zu packen und für Musik. Was könnte jetzt besser passen als „Tag am Meer“ von den Fanta 4. Ich hoffe ich kann noch viele Tage am Meer auf Fuerteventura verbringen. Wer weiß, vielleicht sogar mal für längere Zeit ortsunabhängig arbeitend. Let Tobias go surfing 🙂

Impulsfragen zu dieser Station

  • Welche Einschränkungen tun Dir aktuell am meisten weh? Wie machst Du aus der Situation das Beste? Was sind deine Work- und Life-hacks?
  • An welchen Orten und Wann findet bei dir Arbeit statt? Im Büro, am Schreibtisch zu Hause, im Garten oder auch unter der Dusche? Von wo aus würdest du am liebsten ortsunabhängig arbeiten?
  • Was macht dich gerade unsicher? Welche Entscheidungen fallen Dir aktuell schwer?

Schreib Deine Gedanken zu diesen Fragen gerne in die Kommentare unter diesem Beitrag oder die Posts auf meinen sozialen Kanälen. Welche Fragen müssen in einer der folgenden Stationen noch gestellt werden? Welches Ziel darf auf einer #WandelWeltReise auf keinen Fall fehlen? Ich freue mich über Dein Feedback.


Picture Sources
Beitragsbild von unsplash-logoGuy Kawasaki

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2 Kommentare

  1. Hi Tobias,
    schöner Artikel über diese phantastische Insel.
    Bei einem Satz bzw. einer Frage musste ich schmunzeln, „bin ich mit 41 Jahren zu alt um Surfen zu lernen?“
    Ich hatte mit 59 meine ersten Surfstunden in der Nähe von Bordeaux. Habe dann mit 63 mit meiner gleichalterigen Partnerin das Kiten angefangen. Und im Surfen will ich auf jeden Fall noch besser werden. Das digitale Surfen klappt eh seit Jahrzehnten und Alter ist eh nur eine Nummer 😉

    keep on surfing !!!

    1. Hallo Jörg,

      na dann kann ich ja noch ein paar Jährchen warten mit dem Surfen. Spass beiseite, Danke für die Extraportion Motivation damit anzufangen.

      LG, Tobias

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